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Die Spiegelvorauslösung

April 2007 

Wenn der Spiegel einer Spiegelreflexkamera hochgeklappt wird, die Kamera (oder der Fotograf) einen Moment wartet bis alle Vibrationen abgeklungen sind und dann den Verschluss öffnet und das Bild belichtet, bezeichnet man diesen Vorgang als Spiegelvorauslösung.

Früher, bei den mechanischen Kameras gab es einen kleinen Hebel, mit welchem der Fotograf den Spiegel manuell hochklappen konnte. Kameras wie die Nikon FM, die keine spezielle SPV hatten, konnten ausgetrickst werden indem man das Bild mit Selbstauslöser belichtete. Bei der FM geht der Spiegel sofort nach Betätigung des Auslösers hoch und nach Ablauf der Zeit geht dann der Verschluss auf. Bei der Nikon F 301 geht das nicht. Hier bewegen sich Spiegel und Verschluss kurz nach einander (auch bei Auslösung über Selbstauslöser). Bei der Nikon D 100 aktiviert man im Menü den Punkt „Verwacklung“. Nun schwingt nach Betätigung des Auslösers erst der Spiegel hoch, die Kamera wartet ca. ½ Sekunde und öffnet dann erst den Verschluss.

Das Prinzip einer Spiegelreflexkamera ist im Bezug auf die Erschütterungen ja eigentlich recht dämlich. Gerade in dem Moment, wo die stärksten Erschütterungen stattfinden, wird das Bild belichtet. Es gab mal einen interessanten Ansatz, wo ein halbdurchlässiger Spiegel eingebaut wurde, welcher nicht mehr hochgeklappt werden musste. Allerdings ging hierbei dem Film und dem Sucher jeweils eine ganze Blendenstufe an Licht verloren und diese Technik hat sich nicht durchgesetzt. Bei den heutigen rauscharmen Sensoren der „Digitalen“ wäre ein solchen Lichtverlust meiner Meinung nach zu verschmerzen. Ich bin mal gespannt was die Zukunft da noch bringt.

Testaufnahmen
Die Aufnahmen wurden mit der D100, dem 80- 400mm VR Nikkor (ohne VR) auf Stativ angefertigt. Vorhergehende Versuche haben gezeigt, daß die negativen Auswirkungen dieser Vibrationen weiträumig um 1/8 Sekunde herum besonders stark zur Wirkung kommen.

Es handelt sich um starke Ausschnittvergrößerungen um die Wirkung der SPV zu verdeutlichen. Der Naturfotograf Fritz Pölking beschreibt auf seiner Homepage www.poelking.de die Möglichkeit, zusätzlich zur SPV die Kamera mit der Hand fest zu halten und dadurch noch mehr Vibrationen ab zu puffern. Wie man auf den Aufnahmen deutlich sehen kann funktioniert das bei mir nicht. Ich hab wohl einen zu starken Tatterich in den Händen :-)

Wirkung der SPV
einfache Schrift aus einem Werbeprospekt


Wirkung der SPV
Rinde einer Birke, starke Ausschnittvergrößerung


Mit dem Computer- Programm Audacity habe ich, wie auf meiner Seite „Verschlusszeiten testen“ beschrieben, die Geräusche aufgezeichnet, die beim Spiegelschlag und beim Öffnen und Schließen der Lamellen bei der Belichtung entstehen. Da wo Geräusche sind, sind auch Vibrationen. Vibrationen, wenn sie kräftig genug sind, können ab ca. 20 Schwingungen pro Sekunde als Schall gehört werden. Geringere Frequenzen werden vom menschlichen Ohr nicht mehr registriert und ich denke, das mein Mikrofon, mit dem diese Aufnahmen gemacht wurden, auch nicht besser ist; Vibrationen unter 20 Hz also hier nicht abgebildet werden. Ansonsten zeigen die Grafiken recht schön das Zusammenspiel von Spiegel und Verschluss.

Verschluss ohne SPV

Verschluss mit SPV



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