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Das Stativ, unverzichtbar oder unnötiger Ballast?

Bei dieser Frage kommen bei vielen Fotografen die Emotionen ans Licht. Die Befürworter halten die „Anderen“ für Knipser, die gar nicht „richtig“ Fotografieren. Die Gegner meinen, ein Stativ hätte heute keine Berechtigung mehr. Die Kameras haben Verwacklungsschutz , rauscharme Aufnahmen bei hohen ISO-Werten und so sind selbst Nachtaufnahmen sind aus freier Hand möglich. Außerdem kann man mit einem Stativ nicht so schnell den Standort wechseln und sein „Ziel“ verfolgen. Der größten Nachteile eines Statives sind meiner Meinung nach das Gewicht und die Sperrigkeit.

Pro Stativ:
In der Großbildfotografie kommt man um ein Stativ nicht herum. Es ist nicht möglich, die Planfilmkassette ein zu schieben und den Schieber zu öffnen ohne die Position der Kamera zu verändern. Auch sind die, meist langen, Belichtungszeiten nicht aus freier Hand verwackelungsfrei zu halten.
Landschaften und Macro- Aufnahmen sind meiner Meinung nach die Einsatzgebiete, wo der Fotograf am meisten vom Stativ profitiert. Die Kamera kann gedreht, geschwenkt, gekippt und gezoomt werden um den bestmöglichen Bildausschnitt zu finden. Sicher, das kann man auch zu Hause am Rechner nachträglich. Sie verschenken aber Bildqualität, wenn Sie das Foto im nachhinein beschneiden. Es ist kleiner, hat weniger Pixel als wenn Sie den Ausschnitt gleich richtig gelegt hätten. Haben Sie mal versucht, die Ecke eines Hauses genau parallel in die Bildecke zu legen – mit 200 mm Brennweite! Ich kann es nicht aus freier Hand.
Thema Nachtaufnahmen; Sicher kann ich mit ISO 1600 aus der Hand fotografieren. Aber auch die teuersten digitalen Kameras haben bei 1600 ISO mehr Rauschen im Bild als bei 100 ISO.
Bei Nachtaufnahmen, z.B. von angestrahlten Gebäuden hat man oft sehr große Helligkeitsunterschiede zwischen dem beleuchteten Gebäude, dem Himmel und den Lampen an sich. Diese Kontraste sind meist nur in den Griff zu bekommen, wenn man mehrere, deckungsgleiche, Aufnahmen mit verschiedenen Belichtungen macht und diese am Rechner zusammen kopiert. Diese Technik nennt sich „Digital Blending“ und ist ohne Stativ nahezu unmöglich. 

Nachtaufnahme
Nachtaufnahme mit Stativ und "Digital Blending"


Anti- Stativ:
Meiner Meinung nach ist ein Stativ störend bei Sportaufnahmen und Tierfotos in Aktion. Überall da, wo das Motiv schnell den Standort wechselt ist ein Stativ hinderlich. Die Einbeine der Sportfotografen werden auch nur benutzt, weil die langen Optiken so schwer sind und nicht die ganze Zeit vom Fotografen gehalten werden können. Sie dienen hier nur als Stütze. Bei spielenden Kindern ist ein Stativ nur störend, und auch bei aktionsreichen Tierfotos ist es sicher besser, „aus der Hüfte“ zu schießen; möglichst unbemerkt und ohne Blitz.


Eichhörnchen

Fazit für mich: Wann immer es zur Verbesserung der Bildqualität beiträgt, benutze ich möglichst ein Stativ. Wenn es stört oder behindert lasse ich es weg.


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