Feb. 2007
Der HP 4890 ist ein Flachbettscanner mit Durchlichteinheit, die über die gesamte Scanfläche nutzbar ist. Ein 9 x 12 cm Großbild- Negativ wird hiermit zu einem 100 Megapixel großen Digitalbild!
Das Scannen an sich gestaltet sich recht einfach. Die Software führt den Benutzer intuitiv zu einem gelungenen Scan. Etwas nervig ist allerdings, dass der automatisch von einer Aufsichtsvorlage ausgeht und schon mal einen solchen Prescan durchführt. Der Benutzer schaltet dann manuell auf „Negativ von TMA“ . Wieder wird ein Prescan durchgeführt, ebenfalls wie beim ersten Mal über die ganze Scanfläche. Jetzt kann man den gewünschten Ausschnitt eingrenzen und vergrößert darstellen, was zu einem erneuten Prescan führt, diesmal aber nur für die eingegrenzte Fläche. Nun können in der rechten Leiste Einstellungen zu Bildgröße, Auflösung, Farben etc. gewählt werden.
Mir ist aufgefallen, das die eingegrenzte Fläche nicht exakt dem endgültigen Scan entspricht. Besonders der linke Rand ist im endgültigen Scan großzügiger als in der Auswahl.
Das Handbuch empfiehlt, beim Arbeiten mit der Durchlichteiheit die nicht benutzte Fläche abzudecken um Streulicht abzuhalten. Dies ist ein sehr guter Vorschlag, denn ein einzelnes Kleinbildnegativ auf der Glasplatte des Scanners wird mit einem grellen Gelbstich wieder gegeben.
Diese Negativmaske sollte allerdings auch nicht zu groß ausfallen. Ich habe mir aus einer A4 großen, schwarzen Pappe eine Maske für ein einzelnes Negativ gefertigt. Dieses Vorhaben wurde mit Fehlermeldungen bestraft. Der Scanner scheint nicht mehr zu erkennen, dass es sich um eine Durchlicht- Vorlage handelt. Die Verkleinerung der Maske auf A5 schafft Abhilfe und alles läuft wieder. Die Maske wirkt Wunder. Die Farben sind schöner, natürlicher – satter ---- und natürlich kein Gelbstich.
Nun zur Bildqualität. Ein 9x12 cm BW Negativ eingescannt mit 2400 dpi und im Fotogeschäft auf 50 x70 cm ausbelichtet gibt allerbeste Schärfe, auch bei sehr genauem und nahen hinschauen. Diese Qualität ist mit (bezahlbaren) Digitalkameras nicht zu machen.
Um heraus zu bekommen, welche Auflösung denn überhaupt sinnvoll ist, habe ich ein Kleinbild- Testnegativ mit verschiedenen Auflösungen eingescannt. Alle Bilder sind dann auf das Maximum von 4800 dpi hochgerechnet, um sie miteinander vergleichen zu können. Es wurde nicht elektronisch geschärft.
Hier das gesamte Negativ:


Zum Vergleich ein Bild, mit der Nikon D100 abfotografiert und mit dem Bildbearbeitungsprogramm „The Gimp“ auf die Größe der Scannerbilder hochgerechnet. Die Auflösung der D100 liegt bei etwa 2000 Bildpunkten/Inch. (bezogen auf Kleinbildformat). Diese Angaben harmonieren in etwa mit den 2400 dpi. des Scanners.

Der Scanner ist mit 179 Euro relativ günstig, bietet aber bei Einsatz im Großbildbereich ausreichend Leistung. Ein hiermit erzeugtes 70- 100 Megapixel- Bild bringt meinen Rechner an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit. Ein solches Negativ zu scannen dauert dann auch locker eine halbe Stunde! Die Farbwiedergabe ist gut und ich kann dieses Gerät guten Gewissens weiterempfehlen, obwohl ich die, von HP angegebenen Auflösungen nicht reproduzieren konnte.
Im Vergleich hierzu auch 2 Scans mit einem speziellen Kleinbildscanner. Der Mediax Workscan 3600 liefert hier deutlich bessere Auflösung, auch schon bei 1800 dpi.
