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13.05.02 Montag
Abfahrt von Hannover: 22.00 Uhr. Bis Holland super Wetter, warm und trocken. Dann kam der Durchzug der großen Regen- und Sturmfront, vor der schon im Wetterbericht gewarnt wurde. Ab Mitternacht Dauerregen und Sturm bis zum Mittag des nächsten Tages.
14.05.02 Dienstag
Um 9 Uhr das Ticket für die Fähre gekauft. Ab 15 Uhr war Einschiffen angesagt, dass heißt warten, warten,warten.

Bis 15 Uhr vor dem Gelände dann Passkontrolle und die Berechtigung, aufs Gelände zu fahren. Hier werden die Fahrzeuge verschiedenen Fahrspuren zugeteilt, also sortiert.
Strahlende Sonne ! 17.00 Uhr Einfahrt ins Schiff und Festbinden der Motorräder. 18.00 Uhr Abfahrt. Super- Sonnen- Wetter. Ich hab den ganzen Abend auf dem Sonnendeck gelegen. Gegen 21 Uhr bin ich dann in die 4- Personen- Schlafbox gewechselt. Sau- müde !
15.05.02 Mittwoch
Geschlafen bis 7.00 Uhr (deutsche Zeit)= 6.00 englische Zeit.
Kaffee, Zigaretten. Schiff fährt mit Sicht auf die Küste.
Die Fahrt auf dem Schiff ist ohne Probleme, wenn man nach draußen aufs Meer schaut (Horizont) oder an Deck liegt mit geschlossenen Augen (sehr angenehm). Das Liegen in der Kabine mit geschlossenen Augen ist auch ganz nett. Übel wird einem nur, wenn man die Gänge lang geht oder Treppen steigt und dabei keinen Bezug zur Außenwelt hat.
Newcastle: Die Fahrt ging echt cool los. Die Harley zog nicht. Hab die Zündkabel abwechselnd abgezogen und so festgestellt, dass sie nur auf dem vorderen Zylinder läuft. Dazu der Linksverkehr. Bin da recht ziellos durch Newcastle geeiert. Hab natürlich kein Werkzeug mit, also dann an eine BP- Tanke gefahren. Der Tankwart sieht sofort das es sich um eine Harley handelt. Er schickt mich 3 Straßenecken weiter zur nächsten Harley Niederlassung. Hab ja, Gott sei Dank, noch Garantie auf der Karre. Der Mechaniker tauscht kurz die Kerzen aus und das Maschinchen läuft wieder. Die hintere Kerze war total verrußt. Die Weiterfahrt war Motortechnisch problemlos aber der Linksverkehr ist der pure Horror. Musste 2x am Kreisel voll in die Eisen, weil ich rechts vor links nicht beachtet habe. Ich hab instinktiv immer nach links gesehen und erwartet, dass die Vorfahrt haben, aber von links kommt keiner, von rechts aber um so überraschender!

16.05.02 Donnerstag
In der Nacht hat es geregnet, dafür war es den ganzen Tag über trocken obwohl der Himmel voller Wolken war. Die Fahrt durch das Glen Coe ist sagenhaft schön. Berge, Felsen, enge Straßen, Kurven und super Aussichten. Etwas peinlich sind die Dudelsackspieler, die auf den Parkplätzen stehen und wie bei uns die Musikanten in der Fußgängerzone auf Geld warten.
Die Harley ist echt sparsam, sie braucht nur 3,5 – 4 l/100 km.

Menschenleer

Ein See in der
Nähe des Queen Elisabeth- Park

Urquhart Castle

Das ist der
Beweis!
17.05.02 Freitag
Vom Zeltplatz in Cannich um 9.00 Uhr gestartet nach Eilean Donan Castle. Sehr malerisches Castle. Ich verstehe allerdings nicht, wie in dem Film „Highländer“ die Leute über die Brücke reiten und über ein freies Feld ins Dorf kommen. Da ist nur der Coffee- Shop und dahinter gleich die Straße. Guter Filmschnitt !

Das
"Highländer- Castle"

Die
Steinbrücke
Loch Duich ist landschaftlich sehr schön, viel schöner als Loch Ness. Den ganzen Tag über kein Regen gehabt. Am Castle war strahlender Sonnenschein (so gegen 12.00 Uhr).

Loch Duich

18.05.02 Samstag
Heute war der hohe Norden angesagt. Die Ostküste hoch bis zum nördlichsten Punkt des Festlandes. Arschkalt hier oben—und windig. Kein Wunder, ist ja direkte Nordseeküste mit Übergang zum Atlantik. Den ganzen Tag wieder ohne Regen verbracht. 20.30 Uhr, sicher im Hotel (ja, heute habe ich mir für 20 Pfund ein Hotelzimmer gegönnt) – der Regen setzt ein.


Weiter
nördlich gehts nicht

Vogelfelsen an der Nordküste
Die Landschaft hier oben ist echt tot. Schön ist die Fahrt an der Küste entlang und die beiden nördlichen Aussichtspunkte Dunnet Head und Dunkensby Head. Felsen mit brütenden Seevögeln und die Sicht auf die Orkney- Inseln.
19.05.02 Sonntag
Die Nordküste wieder sehr schön. Von Regen keine Spur mehr. Die Fahrt auf der Single- road durch das Inland war aufregend. Es kamen mir ständig Oldtimer entgegen. Berge rauf, Berge runter, Schafe auf der Straße. Entgegen meiner Meinung sind die Schafe gar nicht in Herden, sondern immer einzeln oder ein Muttertier mit Jungen unterwegs. Ganz selten, dass mehrere erwachsene Tiere zusammen waren.

Der Nord-
Westen
Die kleineren Tankstellen haben Sonntags zu, der Sprit hat aber gut gehalten. Die längste Strecke zwischen 2 Tankstops war 138 km lang. Habe dann getankt : 4,9 l !!! Sehr sparsam die Sporty.
Das Inland im Norden ist nahezu menschenleer. Scheinbar ungenutztes Land mit ein paar Schafen drauf. So ähnlich habe ich mir die sibirische Steppe vorgestellt.
Am späten Nachmittag wurden dann von mir die Glenfiddich und Glenlievet Destillerien fotografiert.
Bed and Breakfast für 20 Pfund in der Nähe von Glenlievet- City.


Alle Beide
voll lecker :-)
Heute die Tour über die großen Berge mit den Skigebieten. Hatte mir viele schöne Bilder erhofft, aber nix da! Die ganze Bergtour lief durch eine große Regenwolke. Regen, Regen und noch mal Regen --- bis die Berge zu Ende waren. Da wars dann wieder trocken.
Aber dennoch eine super-geile Strecke. Hochalpine Achterbahn. Steigungen und Gefälle bis zu 20 %, dazu die Single- traffic- roads und enge Kurven. Am Ende der Berge, als der Regen dann auch zu Ende war, bin ich an einen Imbiswagen gefahren. Ham and eggs, dazu Kaffee. Die Frau im Wagen hat erzählt, ihr Sohn würde demnächst mit seiner Band eine Tournee durch Deutschland machen und auch in Hannover spielen.
Campingplatz kurz vor Newcastle gefunden. Vorher noch, bei gutem Wetter, Braemer Castle, Walace Statue und die große Backsteinbrücke über den River Tweed fotografiert. Die war mir auf der Hinfahrt schon aufgefallen aber ich hatte keine Möglichkeit um Anzuhalten gefunden. Jetzt war ich schon frecher und habe einfach am Straßenrand geparkt. Es war auch längst nicht so viel Verkehr wie auf der Hinfahrt.

Braemer
Castle

Der
Volksheld William Wallace

Ein Bild wird dieser Brücke nicht gerecht.
Atemberaubend
21.05.02 Dienstag
Rückfahrt: Die Beschilderung des Hafens ist Scheiße. An der Straße am Wasser entlang findet man erst Schilder, wenn man fast auf dem Schiff ist. Das ist in Holland wesentlich besser. Man wird dort schon sehr früh mit dem Schild „ Newcastle“ in die richtige Richtung gelotst.
Hab mir eine Einzelkabine gegönnt. War von dem 4-Bett-Kaninchenstall der Hinfahrt geschockt. Ein Raum, 2x2m Grundfläche mit 2 Etagenbetten, die sehr schmal waren. Da ist das heute viel luxuriöser. Die Kabine ist etwa doppelt so groß, 2 Betten und dazu noch Dusche und WC. Kostet dafür aber auch mehr als das doppelte!
Mehr Bilder aus Schottland in der Galerie Landschaften.