Eichhörnchen (Sciurus vulgaris)
![]() Das neugierige Eichhörnchen beobachtet den Fotografen genau |
Mai 2007
Es werden 28 verschiedene Arten von Eichhörnchen unterschieden, von denen nur 3 in Europa-Asien vorkommen. Die bei uns in Deutschland beheimatete Art nennt sich Europäisches Eichhörnchen. Es hat eine Körperlänge von ca. 25- 30 cm zuzüglich einer Schwanzlänge von etwa 20 cm. Das Gewicht dieser Nagetiere, die auch Eichkätzchen oder Eichkater (im bayerischen: Oachkatzl) genannt werden, liegt so zwischen 300 und 500g. Das Fell ist rot- braun, die Bauchseite weiß. Im Frühjahr und Herbst machen die Tiere einen Fellwechsel durch um sich an die veränderten Temperaturen an zu passen. Im Winter haben die Eichhörnchen lange Haarpinsel an ihren Ohren.
Das Eichhörnchen findet man von Skandinavien bis zum Mittelmeer, alter Mischwald wird dabei bevorzugt. In Hannovers Stadtwald, der Eilenriede, hat sich der Bestand in den letzten Jahren wieder erholt. Meine Wohnung liegt im Stadtteil List, also satt in der Feinstaub- Sperrzone von Hannover. Die meisten Aufnahmen von diesen tagaktiven Tieren sind aus meinem Küchenfenster geschossen worden. Hannover ist eben doch die schönste Stadt der Welt :-)
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Neben den natürlichen Fressfeinden wie Marder, Katze, Wiesel, Luchs und auch Krähen droht den heimischen Hörnchen eine weitere Gefahr. Das etwa doppelt so große Grauhörnchen verdrängt die heimische Art. In England hat das große Hörnchen schon ganze Arbeit geleistet. Die nächste Angriffswelle der Grauhörnchen steht wohl aus Italien bevor. Die ersten Tiere sollen schon die Alpen überquert haben.
An Nahrung wird von ihnen so ziemlich alles verputzt was essbar ist. Nüsse, Früchte, Fichtenzapfen, Bucheckern, Vogeleier und junge Vögel. Im Winter konnte ich beobachten, wie ein Tier die Flechten von einem Ast mit seinen Zähnen abgeschabt hat. Die harte Nahrung sorgt dafür, dass sich die, ständig wachsenden, Zähne abnutzen.

Eichhörnchen auf Futtersuche im herbstlichen Laub

Anders als andere Hörnchen, die ihren Flüssigkeitsbedarf komplett aus der Nahrung decken, benötigt das Eichhörnchen zusätzlich Wasser.
Eichhörnchen sind Einzelgänger. Dies ändert sich im Frühjahr zur Paarungszeit, da kann beobachtet werden, wie die Tiere sich- Bäume rauf, rundrum, Bäume wieder runter- durch den Wald jagen.
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Nach 4 Wochen (38 Tage) Tragzeit wirft das Weibchen 2-5 Junge – und das 1-3 mal im Jahr. Nach einem Jahr sind die Jungen dann auch geschlechtsreif. Die Lebenserwartung in der freien Natur soll etwa 6-7 Jahre nicht überschreiten.
Das Fell der Eichhörnchen ist begehrt. Etwa 100 Tiere müssen für einen Pelzmantel ihr Leben lassen, der unter dem Namen Feh, Blacktail, Sobalsky, Telentka oder Teleutka in den Handel kommt. Frei lebende Eichhörnchen genießen in Deutschland besonderen Schutz und werden nicht bejagt.
Ich möchte an dieser Stelle auf die Internetseiten von Sabine Derksen hin weisen. Sabine beschäftigt sich sehr ausgiebig mit Haltung und Zucht von Eichhörnchen.
Fototechnisch sind Eichhörnchen nicht besonders schwierig. Die Tiere sind meist recht zutraulich und wagen sich recht nahe an die Menschen heran. An manchen Stellen in Hannovers Eilenriede sind die Hörnchen so zahm, dass sie den Menschen die Haselnüsse aus der Hand holen. An diesen Stellen reichen meist leicht Tele- Brennweiten bis 200mm völlig aus. Meine Aufnahmen sind mit dem 80-400mm VR- Nikkor entstanden.
Die Belichtungszeit sollte nicht zu lang gewählt werden. Die Tiere sind sehr agil und ständig in Bewegung. Meiner Erfahrung nach sollte es schon 1/250 sec. sein. Bei längeren Zeiten riskiert man Bewegungsunschärfe.
Ein Stativ hat sich für mich bei der Eichhörnchen- Fotografie als hinderlich erwiesen. Die Tiere wechseln dermaßen oft ihren Standort, dass man es zeitlich nicht schafft, die Stativschraube fest zu ziehen und ein Bild zu machen.
Ich
versuche möglichst kurze
Belichtungszeiten durch offene Blende und evtl. hoch geregelte
Empfindlichkeit (bis 400 ISO) zu erzielen. Den Autofokus lasse ich in
Bildmitte, um zu allen Seiten gleichen Abstand zu haben. Der
endgültige Bildausschnitt wird dann am Rechner festgelegt.
Leider hat das den Nachteil, das hierbei Bildqualität verloren
geht.
Siehe hierzu auch: Das
Stativ